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Die Geschichte und Entwicklung unserer Ortsfeuerwehr von den Anfängen im Jahr 1942 bis zur Jahrtausendwende

Bis zu den Jahren 1942 war die Gemeinde Worphausen bei Bränden auf die Hilfe der benachbarten Wehren angewiesen. Dieser Zustand war auf die Dauer nicht mehr tragbar. So wurde im Sommer 1942 von einer Anzahl tatkräftiger Männer mit der Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Fritz Poppe, Schrötersdorf, zur Aufstellung einer Ortswehr gedrängt.

Trotz der sehr begrenzten Mittel sowie Einschränkungen und Hindernisse die durch den Krieg bedingt waren, wurden die Vorbereitungen soweit getroffen, dass noch im Jahre 1942 im Beisein des Kreisbrandmeisters Friedrich Flügger, Ritterhude, die Gründungsversammlung stattfand. An diesem Tage traten 22 Männer der neu gegründeten Wehr bei, zum Wehrführer, der später die Bezeichnung Gemeindebrandmeister erhielt, wurde der Zimmermann Hermann Bartling, Schrötersdorf, gewählt. Er hat dieses Amt, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung wegen Einberufung zum Heeresdienst 18 Jahre in uneigennütziger, vorbildlicher Weise gewissenhaft ausgeführt.

Noch im selben Jahr erhielt die Wehr eine Zweitakter Meyer-Haagen Motorkraftspritze mit DKW-Motor.

Das notdürftigste Material wie Schläuche, Anhänger und Strahlrohre wurde von der Wehrmacht abgezweigt. Weil ein Fahrzeug fehlte, erklärte sich der Bäckermeister Heinrich Melloh, Moorende, bereit die Bespannung des Anhängers, sowie die Unterbringung der Gerätschaften zu übernehmen. Ferner erlaubte er der Feuerwehr eine Sirene auf das Dach seines Stallgebäudes zu installieren. Damit waren zunächst die größten Probleme vorläufig überbrückt.

Da im Verlauf der weiteren Kriegsjahre immer mehr Kameraden zur Wehrmacht eingezogen wurden, mussten durch eine Notverordnung der hiesigen Feuerwehr weiblichen Hilfskräfte zugewiesen werden.

An dieser Stelle erscheint es dem Chronisten mehr eine Dankespflicht, als eine bloße Formsache zu sein, die Namen der weiblichen Kräfte zu erwähnen. Es waren:

Aus Worphausen: Mira Schnau, Hilda Wendelken, Adele Liermann, Hanna Grimm, Anna Lübben und Berta Gefken. Aus Schrötersdorf: Meta Helmken.

Aus Mooringen: Tine Köster und Lina Gefken.

Aus Lüninghausen: Wera Dressler und Marta Wendelken.

Dazu kam ein Entgiftungstrupp, der von den Frauen Meta Meyerdierks, Schrötersdorf, Henny Wrieden, Westerwede und Grete Koch, Moorende, ausgeführt wurde. Als Gruppenführer und Ausbilder der Damenmannschaften fungierte der Kamerad Hinrich Gerken aus Schrötersdorf, der in den Anfangsjahren auch bei der Männergruppe diesen Posten ausübte.

In den ersten Jahren des Bestehens war man noch auf das Wasser der Gräben und Hofbrunnen angewiesen, infolge Absinkens des Grundwasserspiegels waren die Gräben im Sommer, gerade in der Dürrezeit, meistens ausgetrocknet und Hofbrunnen waren nur noch wenige vorhanden. So wurde es eine Notwendigkeit, in den einzelnen Ortsteilen unabhängige Löschwasserstellen zu bauen. Lt. Beschluss des damaligen Gemeinderates sollten diese Bohrbrunnen jährlich um drei Stück erweitert werden, bis das Netz so verdichtet ist, dass an jede etwaige Brandstelle genügend Löschwasser herangeführt werden kann.

Da in den Anfangsjahren wenig Wert auf eine Niederschrift gelegt worden ist, gelang es uns nur in mühevoller Kleinarbeit und durch Befragen der noch lebenden Mitglieder die Namen der Männer aus den ersten Jahren in Erfahrung zu bringen. Es waren die Kameraden: H. Bartling, H. Gerken, H. Meyerdierks, Cr. Meyerdierks, Fr. Meyerdierks, J. Mahnken, D. Böchen, H. Grotheer, H. Lilienthal, H. Blanke, J. C. Rosenbrock, W. Führhoff, K. Grimm, H. Schnaars, H. Melloh, W. Melloh, M. Behrens, H. Behrens, J. Schloo, Kl. Böttjer, J. Böttjer, H. v. d. Glas, H. Behrens, H. Schröder.

Diese Namen scheinen uns erwähnenswert zu sein, waren sie doch für die folgende Generation richtungsweisend und als wahres Vorbild, das aus einem Nichts mit viel Improvisation den Grundstein für unsere heutige, moderne Schlagkraft im Löschwesen aufgebaut haben.

von links nach rechts:Heinrich Lilienthal, Heinrich Melloh, Hermann Wendelken, Heinrich Schröder, Hinrich Grotheer, Hermann Bartling

In der ersten Zeit waren die Mittel doch sehr beschränkt, nur das Notdürftigste, wie z. B. Kraftstoff oder Schlauchmaterial wurden notgedrungen aus dem ohnehin sehr schmalen Gemeindesäckel abgezweigt. Die Uniformierung dieser Idealisten wurde nach und nach aus den Überschüssen öffentlicher Veranstaltungen vorgenommen. Erst in den 50er Jahren begann der eigentliche Aufstieg der Worphauser Feuerwehr. So wurde in Eigenleistung unter der Regie des amtierenden Gemeindebrandmeisters H. Bartling das erste eigene Löschfahrzeug gebaut, hier handelte es sich um die Umgestaltung eines Lieferwagens der Marke "Phänomen" zu einem Mannschaftswagen. Es entsprach zwar nicht der heutigen Norm, aber man hatte doch ein eigenes Löschfahrzeug, wurde auch des öfteren das nur spärlich klingende Martinshorn von den Schaltgeräuschen der vorgelegten Gänge übertönt, so ruckte man doch stolz zu den Einsätzen mit einem eigenen Fahrzeug aus. Die erforderlichen Ersatzteile für Fahrzeug, Motorkraftspritze und Amaturen wurden zu der Zeit noch von den Lieferanten mit unserem guten alten "Jan Reiners" für 1,60 Mark Frachtgebühren von Bremen nach Falkenberg befördert und wer sich noch der Schnelligkeit unserer guten alten Kleinbahn erinnern kann, der weiß auch wie oft man auf die so nötig gebrauchten Dinge warten musste.

Da die Worphauser Wehr in den nun folgenden Jahren in der Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung gewann, wurde mit einer einheitlichen Uniformierung aller Kameraden begonnen. Die erste größere und der Zeit entsprechende Anschaffung war eine neue Magirus Tragkraftpumpe TS-8 mit VW-Motor im Jahr 1955. Im Verhältnis gegenüber der alten Meyer-Haagen Kraftspritze, die noch aus Wehrmachtsbeständen übernommen wurde, war hier eine gewaltige Kapazitätsverbesserung gewährleistet.

Die Ansaugzeit dieses Gerätes war derzeit sehr enorm und bei vielen Wettkämpfen sorgte die Worphauser Wehr selbst bei den sieggewohnten Mannschaften für Überraschungen.

Diese Motorkraftpumpe war die erste Neuanschaffung im gesamten Kreisgebiet Osterholz und wurde am z. Mai 1955 offiziell vom Kreisbrandmeister Fr. Flügger der Öffentlichkeit vorgestellt. In den nun folgenden Jahren traten immer mehr jüngere Einwohner der hiesigen Wehr bei, so dass bald darauf eine zweite Löschgruppe aufgestellt werden konnte. Wurde bisher die erste Gruppe von dem Kameraden H. Bruns, Moorende geführt, galt als Ausbilder und Gruppenführer der nun aufgestellten zweiten Gruppe der Kamerad B. Pein, Worphausen. Das mit gut ausgebildeten Feuerwehrmännern etwas erreicht werden kann, zeigte unsere Wehr am 12. Juni 1955 in Osterholz-Sch. Hier wurde bei einem Jubiläumswettkampf des Löschzuges Scharmbeck von dreißig teilnehmenden Wehren der erste Platz errungen. Mit dem Tode des damaligen Bürgermeisters J. Schnaars, Lüninghausen, der sich mit ganzer Kraft für die Belange der örtlichen Feuerwehr einsetzte, trat mit der Neuwahl seines' Nachfolgers D. Kück, Mooringen, ein völlig neuer Zeitabschnitt ein. Mit der Aufstellung neuer Bebauungspläne, sowie den Schulneubau und eine dichter werdende Besiedlung in den einzelnen Ortschaften in der Gemeinde Worphausen, war unsere Feuerwehr technisch den Anforderungen neuer Baustoffe und Materialien mit den vorhandenen Gerätschaften nicht mehr gewachsen.

Da die Gemeinde als Träger des Löschwesens nach dem Gesetz die entsprechende Sicherheit zu gewährleisten hat, wurde der Antrag für die Beschaffung eines neuen Löschfahrzeuges gestellt und genehmigt. Unser altes in Eigenleistung erstelltes Fahrzeug, für das es überhaupt keine Ersatzteile mehr gab, wurde am 22. März 1958 von einem neuen LF-8 Opel-Blitz-Mannschaftswagen abgelöst. Nach der Renovierung der alten Blechgarage auf dem Melloh'schen Grundstück wurde diese Neuerwerbung von den Kameraden wie ein Augapfel gepflegt und gehütet.

Immer einsatzbereit hat dieses Fahrzeug über ein Vierteljahrhundert der hiesigen Feuerwehr, sowie der Bevölkerung bei Ernstfällen zuverlässige Dienste erwiesen. Mit dem Ausbau des Bohrbrunnennetzes in den einzelnen Ortsteilen war die Löschwasserversorgung soweit gewährleistet, dass auch Flächenbrände, die hauptsächlich in der Dürrezeit auftreten, gefahrlos bekämpft werden konnten. So verfügte die Gemeinde Worphausen in den 60er Jahren schon über 36 unabhängige Löschwasserstellen. Mit dem Bau des Trinkwassernetzes wurden gleichzeitig weitere 35 Unterflurhydranten an die jeweiligen Leitungen angeschlossen, so dass eine ausreichende Wasserversorgung in allen Ortsteilen vorhanden ist.

Da mit der Neuanschaffung der dringend benötigten Zusatzgerätschaften für eine moderne, zeitgemäße Brandbekämpfung der ohnehin schon enge Platz für die Unterbringung bei Melloh in unserem Notquartier nicht mehr ausreichte, wurde der Antrag auf ein neues Feuerwehrgerätehaus gestellt, der sich aber noch auf einige Jahre hinauszögern sollte.

Mit dem Gemeindebrandmeisterwechsel im Jahre 1960 zwischen den Kameraden H. Bartling und H. Bruns, Moorende, ging gleichzeitig ein Stück Feuerwehrgeschichte zu Ende. 

Mit der immer dichter werdenden Besiedlung in unserer Gemeinde wurde auch die hiesige Ortswehr mit neuen Baustoffen und Materialien konfrontiert. Somit traten auf ländlicher Basis neue und gefährliche Medien auf uns zu. Mit dem sonntäglich gemütlichen Dienst sollte es sich fortan ändern. Lehrgänge für die Bekämpfung von Kunststoffbränden etc. mussten abgehalten werden. Mit der Modernisierung der Gerätschaften traten eine Vielzahl an Ausbildungsrichtlinien auf die Kameraden ein, die Zeit der ruhigen Dienstabläufe vor dem behaglich warmen Backofen bei Melloh hatte ihren Auszug gehalten.

Um eine noch größere Schlagkraft zu erzielen, erhielt die Worphauser Feuerwehr im Juni 1964 eine neue Balcke-Vorbaupumpe, zu der Zeit eine große finanzielle Belastung für unsere Gemeindekasse, aber auch ein wesentlicher Fortschritt zur Brandbekämpfung.

Eine neue Ära mit sehr vielen Pflichten und stark beschnittenen Rechten für die Wehrmänner hatte auch im Feuerlöschwesen begonnen.

Einen damaligen Höhepunkt in der Geschichte des Bestehens erreichte unsere Feuerwehr im Jahre 1970 mit der Einweihung des neuen Gerätehauses am 11. April. Vordem Einzug in das neue Domizil hatte es aber noch viele Schweißtropfen gegeben. Die Ausschachtungs- und Erdarbeiten mussten in Eigenleistung erstellt werden, um die erheblich anfallenden Unkosten einigermaßen in Grenzen zu halten.

Im Jahre 1972 kurz vor der Gebietsreform und dem Übergang in die Großgemeinde Lilienthal schied unser Gemeindebrandmeister H. Bruns nach zwölfjähriger Amtszeit freiwillig aus seinem Amt aus. Als sein Nachfolger wurde der bis dahin amtierende Stellvertreter B. Pein zum Gemeindebrandmeister von Worphausen gewählt. Da die Worphauser Wehrmänner eine gute Kameradschaft pflegen und ein kontaktfreudiges Verhältnis zu der Bevölkerung unterhalten, konnten zahlreiche Anwohner und Neubürger als fördernde Mitglieder in unseren Reihen aufgenommen werden. An dieser Stelle sei besonders der Kamerad J. Hellemann, Schrötersdorf, als unermüdlicher Helfer bei allen nur erdenklichen Aufgaben besonders erwähnt.

Im September 1973 wurde dann die dritte Gruppe gegründet. Gruppenführer war Werner Otten. Somit bestand unsere Feuerwehr aus drei aktiven Gruppen. Die erste Gruppe wurde von Hans-Georg (Schorse) Ludwigs als Gruppenführer geleitet. Er bekleidete auch das Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters. Der Dienst dieser Gruppe fand am ersten Sonntag im Monat statt. Die zweite Gruppe wurde von Gustav Geffken als Gruppenführer betreut. Diese Gruppe führte ihre Dienste am dritten Sonntag im Monat durch, am zweiten Sonntag traf sich die dritte Gruppe. Später kam dann noch der vierte Sonntag als gemeinsamer Dienst für alle Gruppen hinzu. Dieser Dienst sollte die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen untereinander fördern.

Mit dem Wechsel und dem Austritt aus dem Unterkreis Grasberg nach Lilienthal, der doch anfangs etwas Wehmut in uns aufkommen ließ, hatten wir hier doch viele gute Jahre im Kreise der Kameraden verbracht und ein prächtiges Verhältnis miteinander gehabt, schlug aber auch unsere zweite große Stunde. Mit dem Übertritt nach Lilienthal und der Auflösung unserer selbständigen Gemeinde Worphausen, galt als letzte Amtshandlung unseres Bürgermeisters D. Kück, die Übergabe eines neuen Tanklöschfahrzeuges an den Gemeindebrandmeister B. Pein und die Kameraden. Hier handelte es sich um den "Niedersachsen-Tanker" mit einer Wasserfüllmenge von 2.400 Itr. Inhalt;

Mit der neuen Bezeichnung Freiwillige Feuerwehr Lilienthal, Ortswehr Worphausen, änderte sich auch die Bezeichnung von Gemeinde- auf Ortsbrandmeister. Fortan war die Feuerwehr Worphausen als Stützpunktwehr für den nördlichen Teil der Gemeinde verantwortlich. Um die Schlagkraft unserer Feuerwehr weiter zu erhöhen wurde im Zuge der Ersatzbeschaff ung am 7. Mai 1975 eine neue Tragkraftpumpe TS-8 gegen die alte Magirus-Deutz Pumpe von der Verwaltung Lilienthal ausgetauscht.

Weil auch die Verschleißerscheinungen von über 25 Jahren nicht spurlos an unserem LF-8-Löschfahrzeug vorübergegangen waren und Ersatzteile nur noch auf dem Schrottplatz mit etwas Glück zu ergattern waren, blieb uns dieses so wichtige Gerät als großes _Sorgenkind" bis zum Jahre 1980 erhalten. Die uns vom TÜV vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h galt doch für ein Löschfahrzeug, das immer einsatzbereit sein soll, als große Zumutung für die Sicherheit der Brandbekämpfung.

Am 21. November 1980 erhielt die Worphauser Ortswehr ein neues, voll ausgestattetes Löschgruppenfahrzeug, ein Mercedes-Benz Mannschaftswagen mit Notstromaggregat. Seit dem Einzug in das neue Gerätehaus wurden wir ferner mit schweren Atemschutzgeräten und Sprechfunkanlagen sowie einer Motorkettensäge ausgerüstet. Zu den neuzeitlichen Anschaffungen gehörten aber auch die entsprechend ausgebildeten Feuerwehrmänner, um eine handgerechte, sichere Arbeitsweise gewährleisten zu können.

Feuerwehr Worphausen 1980

Im Jahre 1987 wurde die drei vorhandenen Gruppen aufgrund steigender Kameradenzahlen um eine vierte Gruppe ergänzt.

Damals wie heute werden technische Lehrgänge auf Kreisebene und Führungs- und Speziallehrgänge an den Landesfeuerwehrschulen (heute: „Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz“, oder „NABK“) in Loy und Celle durchgeführt. Somit bleiben unsere aktiven Feuerwehrkameraden immer auf dem neuesten Ausbildungsstand.


Aus Altersgründen wurde unser Ortsbrandmeister Bernhard Pein am 14. April 1989 würdevoll aus seinem Amt verabschiedet. Für seine verdienstvolle Arbeit und Weiterentwicklung unserer Wehr, erhielt er das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes Osterholz. Als sein Nachfolger wurde auf der Jahreshauptversammlung unser Kamerad Werner Otten einstimmig gewählt. Zu seiner Unterstützung wurde der Kamerad und Gruppenführer Alfred Geffken ernannt. Er wurde als stellvertretender Ortsbrandmeister ebenfalls einstimmig gewählt.

Die dritte Gruppe konnte in den 80'er Jahren unter der Führung von Gruppenfühgrer und Brandmeister Alfred Geffken dreimal den Sieg bei den Kreiswettkämpfen erringen sowie dreimal bei den Bezirkswettkämpfen in Scheeßel, Verden und Uelzen vordere Ränge erreichen. Dieses Leistungsniveau lies die gute Harmonie und kameradschaftliche Zusammenarbeit in der Worphauser Ortswehr erahnen.

Nachdem unser Ortsbrandmeister Werner Otten nach 4-jähriger Amtszeit bei der Post aus gesundheitlichen Gründen in den Vorruhestand gegangen war, musste er auch die Führung unserer Ortswehr abgeben. In einer Außerordentlichen Versammlung wurde dann im Sommer 1993 unser Kamerad Klaus Lenk zum neuen Ortsbrandmeister gewählt. In dessen Amtszeit fiel dann auch der Erweiterungsbau unseres aktuellen Feuerwehrgerätehauses, welches zwischen April und November 1994 fertiggestellt wurde. Die Bauabnahme erfolgte dann am 7. Februar 1995. Um Kosten zu sparen haben die Feuerwehrkameraden den Parkplatz in Eigenregie angelegt. Die Gemeinde Lilienthal hat die Pflastersteine, Sand und Gerätschaften zur Verfügung gestellt. In einer kleinen Feier fand dann am 17. Februar 1995 die offizielle Übergabe des umgebauten Feuerwehrgerätehauses statt. Während der Bauarbeiten waren unsere Feuerwehrfahrzeuge in der Scheune unseres Feuerwehrkameraden Martin Tietjen untergestellt.

In Zusammenarbeit mit der Ortsfeuerwehr Seebergen haben sich schon bald Jugendliche aus unserem Ortsteil bei der Jugendfeuerwehr in Seebergen ausbilden lassen. Diese Zusammenarbeit zwischen den Ortsfeuerwehren Heidberg, Seebergen und Worphausen war entstanden, um in allen Ortsteilen ausreichend Jugendliche für den aktiven Feuerwehrdienst auszubilden zu können und mit den übertretenden Jugendlichen die altersbedingten Abgänge zu kompensieren.

In die Amtszeit von Klaus Lenk fielen auch einige spektakuläre Einsätze, wie z.B. ein Fahrzeug bei Gerdes auf dem Saal. Bei Nebel hat ein PKW-Fahrer das Ende der Lüninghauser Straße nicht erkannt und war geradeaus in den Saal gefahren. Seit dieser Zeit ziert ein großer Felsstein diesen Bereich. Auch Großbrände waren zu bekämpfen. So brannte am 10. März 1997 das Vorwerk Höge bis auf die Grundmauern nieder und im Mai 1999 wurde gegen einen Großbrand der Gaststätte Dreyer gekämpft.

Nach 6 Jahren Amtszeit endete am 28. Mai 1999 die Amtszeit von Klaus Lenk als Ortsbrandmeister. In einer außerordentlichen Versammlung wurde dann Stefan Tietjen gewählt, der mit damals 29 Jahren der jüngste Ortsbrandmeister in unserer Feuerwehr wurde. Er gehörte zu den ersten Worphauser Jugendfeuerwehrmitgliedern, die in Seebergen ausgebildet wurden.

In seine Amtszeit fielen die Anschaffungen unseres Löschfahrzeugs TLF8 (Tanklöschfahrzeug), das wir am 13. Juli 2001 übernehmen konnten, und unseres LFs10 (Löschgruppenfahrzeug) mit zwei Plätzen im Fahrzeug, auf denen sich schon während der Anfahrt ein Atemschutzgerätetrupp einsatzfertig machen kann. Dieses Fahrzeug konnten wir am 23. November 2005 vom Hersteller übernehmen.

Neben Brandeinsätzen wie dem Wohnhausbrand in der Mooringer Straße im Januar 2000, wo dann wenige Tage später auch noch die Scheune in Brand geraten war, bleiben auch die Hilfeleistungseinsätze in Lüchow-Dannenberg in Erinnerung, bei denen Kameraden aus unserer Feuerwehr im Rahmen der Kreisbereitschaft im Hochwassereinsatz vor Ort waren.

Ebenfalls in die Amtszeit von Stefan Tietjen fiel unser 60-jähriges Jubiläum, das wir im August 2002 auf dem Hof unseres Kameraden Herbert Behrens gebührend feierten.

Eine neue Ära begann dann im Sommer 2006. Nach dem überraschenden Rücktritt von Stefan Tietjen als Ortsbrandmeister stellte sich Kai Garbade zur Wahl, der bis 2024 auch noch stellvertretender Gemeindebrandmeister war. Zunächst konnte er die Position des Ortsbrandmeisters nur kommissarisch übernehmen, da die notwendigen Lehrgänge noch fehlten. Diese wurden dann kurzfristig besucht. Somit konnte Kai Garbade auf der Jahreshauptversammlung im Jahre 2007 offiziell das Amt übernehmen. Unser stellvertretender Ortsbrandmeister Nico Schröder, der schon unter Stefan Tietjen diese Position innehatte, konnte zum damaligen Zeitpunkt den Posten des Ortsbrandmeisters nicht übernehmen, da es ihm als Beamter der Berufsfeuerwehr in Bremen nicht gestattet war, diese Aufgabe ehrenamtlich zu übernehmen.

Über zwei Jahrzehnte leiteten die beidem gemeinsam die Geschicke der Feuerwehr. Eine eigene Jugendfeuerwehr in Worphausen wurde ins Leben gerufen, um die Jugendlichen bereits ab einem Alter von 10 Jahren für die Feuerwehr begeistern zu können. Da es jedoch immer schwieriger wurde, Jugendliche für die Feuerwehr zu gewinnen, wurde als Folge in Worphausen die erste Kinderfeuerwehr im Landkreis Osterholz gegründet. Somit konnten bereits die 6-jährigen Kinder sich der Feuerwehr anschließen, ehe sie sich auf andere Hobbys festgelegt hatten.

Von den ehemals sonntäglichen Feuerwehrdienstabläufen je Gruppe wurde zwischenzeitlich umgestiegen zu gemeinsamen Diensten am Montag. Das war notwendig geworden, da immer mehr Schichtarbeiter in der Feuerwehr tätig waren und der Sonntag der Familie gehören sollte.

Auch die Dienstgestaltung hat sich grundlegend geändert. Wenn früher die Brunnenpflege und technische Ausbildung am Standort im Vordergrund standen, waren es zukünftig vermehrt auch theoretische Einheiten, die in Praxisdiensten angewandt und abschließenden Einsatzübungen geprobt wurden. Dabei wurden dann Szenarien wie Menschenrettung aus schwierigen Lagen und die Brandbekämpfung in unterschiedlichsten Szenarien geübt. Dieses geschah immer unter Einsatz der vorhandenen Mittel wie schwerer Atemschutz, Einsatz des Überdruckbelüfters, Aufbau einer Stromversorgung mit entsprechender Ausleuchtung der Einsatzstelle, technische Hilfeleistungen wie Stabilisierung von verunfallten Fahrzeugen, Notöffnungen von Türen etc.

Vom ursprünglichen reinen Feuerlöschen hat sich die Feuerwehr auch zu einer technischen Hilfeleistungseinheit gewandelt. Die übliche Löschwasserstellenpflege wurde ebenso wie die zusätzlichen Tätigkeiten wie Funkausbildung, schwerer Atemschutz oder Einsatz oder Kettensäge in weiteren separaten Diensten durchgeführt. Nicht zu vergessen waren dann noch die Dienste mit der Kinder- und Jugendfeuerwehr sowie der Floriangruppe des Niels-Stensen-Hauses.

Unter der Führung des Gruppenführers Marco Grotheer nahm die Wettbewerbsgruppe, bestehend aus Kameraden der vierten und „neuen“ ersten Gruppe, wieder vermehrt an Wettbewerben teil. Wie schon in den 80’er Jahren qualifizierte sich auch diese Gruppe dreimal für den Regionalentscheid (damals noch Bezirksentscheid) in Klein Meckelsen (2010 und 2016) und Lamstedt (2014).

2020 erfolgte wieder einmal ein Spatenstich zum Anbau des Feuerwehrhauses, die Fertigstellung erfolgt 2022. Das Gebäude erhielt zwei neue Fahrzeugstellplätze für die immer größer werdenden Einsatzfahrzeuge sowie für den zusätzlich MTW, der 2023 folgen sollte. Des Weiteren wurden Umkleideräume, getrennt für Männer und Frauen, angebaut, da das Umkleiden in der Fahrzeugbox schon länger nicht mehr zeitgemäß war und nicht mehr den Vorschriften entsprach. In der verbliebenen alten Fahrzeugbox wurde eine Werkstatt und Abstellräume eingebaut. Während zum Zeitpunkt der Baumaßnahme noch kaum Frauen aktiv bei der Feuerwehr war, konnten in den kommenden Jahren einige Frauen aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Abteilung übernommen werden und ebenso konnten weitere Frauen dazugewonnen werden, sodass auch diese Spinnte innerhalb kürzerster Zeit belegt waren.

Schippten den ersten Sand auf der Baustelle: Gemeindebrandmeister Andreas Hensel, Architektin Stephanie Pieper-Herbst, Bürgermeister Kristian Tangermann und Ortsbrandmeister Kai Garbade (von links)

2023 folgte dann der Mannschaftstransportwagen (MTW). Dieser erleichterte den Transport der Feuerwehrkameraden, dessen aktiven Anzahl kontinuierlich weiter stieg, insbesondere zu den Einsatzstellen. Zwei Jahre später, 2025, folgte das neue Löschgruppenfahrzeug 10, das das bereits 25 Jahre alte TLF 8/18 ersetzte. Ursprünglich geplant war eine offizielle Fahrzeugübergabe in Kombination mit der Ausrichtung der Gemeindewettkämpfe sowie mit der Verleihung der Ehrennadeln für die verdienten Einsatzkräfte, die sich in der Hochwasserlage um den Jahreswechsel 2023/2024 insbesondere in der Ortschaft Lilienthal für die Mitbürger eingesetzt hatten. Tag und Nacht wurde über die Weihnachtsfeiertage, Silvester und Neujahr gegen die hohen Wasserstände angekämpft. Da sich die Auslieferung jedoch verzögerte, erfolgte die offizielle Übergabe zusammen mit der Weihnachtsfeier im Dezember. Eine beachtliche Inszenierung wurde durch die Mitglieder auf die Beine gestellt.

Offizielle Fahrzeugübergabe des LFs 10 am 06.12.2025: Ehrengemeindebrandmeister Andreas Hensel, Axel Miesner MdL, Ortsbrandmeister Kai Garbade, Gemeindebrandmeister Harm Behrens, Bürgermeister Kim Fürwentsches (von links nach rechts)


Unsere Ortsbrandmeister im Überblick

Jahre Ortsbrandmeister
1942-1960 Hermann Bartling
1960-1972 Heinrich Bruns
1972-1989 Bernhard Pein
1989-1993 Werner Otten
1993-1999 Klaus Lenz
1999-2007 Stefan Tietjen
seit 2007 Kai Garbade